Die Herausforderungen multigenerationaler Teams

In der heutigen Arbeitswelt treffen Menschen aus verschiedenen Generationen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Einstellungen und Arbeitsstilen aufeinander. Die Mischung aus Babyboomern, Generation X, Millennials und der Generation Z in einem Team kann eine vielfältige und bereichernde Dynamik schaffen. Doch während dieser Vielfalt auch immense Vorteile in Bezug auf Innovation und kreatives Denken liegen, bringen multigenerationale Teams auch ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Im heutigen Beitrag wollen wir einen Blick auf die Herausforderungen wagen und schauen, welche Lösungsansätze sich bieten.

 

Wie können Unternehmen sicherstellen, dass alle Generationen in einem Team gleichermaßen respektiert und geschätzt werden?

 

Respekt ist ein fundamentaler Wert, der die Grundlage für gegenseitiges Verständnis, Zusammenarbeit und ein friedliches Miteinander bildet.

Ein guter erster Schritt dorthin ist die Schaffung einer offenen Kommunikationskultur, in der Mitarbeiter ihre Gedanken und Ideen frei äußern können. Dafür eignen sich zum Beispiel regelmäßige Feedback-Sitzungen und offene Diskussionen besonders.
Sensibilisierung der Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen kann dafür Sorge tragen, dass Merkmale und Präferenzen verschiedener Generationen erkannt, anerkannt und verstanden werden. Dadurch können Vorurteile und Missverständnisse gezielt abgebaut werden, was zu einem harmonischeren Umgang untereinander führt.

Welche Rolle spielen Vorurteile oder Stereotypen über verschiedene Generationen in der Teamdynamik und wie können diese vermieden oder abgebaut werden?

 

Auch oder gerade im Arbeitsumfeld kann sich eigentlich niemand vom sogenannten „Schubladendenken“ freisprechen. Es erfüllt sogar einen recht wichtigen Zweck. Dieses Schubladendenken führt dazu, dass man Menschen schneller einordnen kann und seinen Umgang mit diesen entsprechend anpasst.

Leider zeigt sich allzu oft die negative Seite dieser Schublade, die am Ende in Vorurteilen mündet. So könnte man beispielsweise wahrnehmen, wie sich ältere Mitarbeiter darüber beschweren, dass mit der Jugend von heute ja nichts mehr anzufangen wäre und im Gegenzug jüngere Mitarbeiter sich über die „steinzeitlichen Methoden“ älterer lustig machen.

Solche Spannungen loszuwerden, bevor es eskaliert, sollte einen prominenten Platz auf der Prioritätenliste belegen.

Hier hilft vor allem Kontakt und Verständnis zum Beispiel durch projektbasierte Zusammenarbeit von jüngeren und älteren Mitarbeitern. Dies gibt allen Parteien Raum, sich abzustimmen und die Skills und Erfahrung des jeweils anderen kennen- und schätzen zulernen.
Jede Generation hat schließlich Gründe, warum gewisse Aufgaben auf eine ganz bestimmte Art angegangen werden. Durch die Zusammenarbeit und das Ermutigen zu hinterfragen kann aufgezeigt werden, dass nicht jede Herangehensweise lediglich auf Technologieverweigerung oder Versessenheit basiert.

Jedoch spielen nicht nur die Teammitglieder eine wichtige Rolle. Auch die Führungskräfte haben die Möglichkeit, hier mit gutem Beispiel voranzugehen, indem sie beispielsweise altersunabhängige Teams zusammenstellen und gleichberechtigt jüngere und ältere Mitarbeiter mit einbeziehen und so ein Zeichen für eine positive und respektvolle Arbeitsweise schaffen.

 

Welche Strategien können Unternehmen implementieren, um die Weiterentwicklung und berufliche Entwicklung von Mitarbeitern aller Generationen im Team zu fördern?

 

Gemeinsame Nutzung digitaler Tools (E-Learning)

 

Was digitale Tools angeht, ist die Generation Z allen anderen meist weit voraus. Das heißt aber nicht, dass die „alten Hasen“ im Unternehmen nicht noch ein paar Tricks im Umgang mit dem ein oder anderen Programm haben, den sich die jüngeren Mitarbeiter nicht einmal vorstellen können. Durch die gemeinsame Nutzung von E-Learning Plattformen und Programmen kann man die Mitarbeiter ermutigen, sich mehr auszutauschen und nicht nur von dem Programm, sondern auch voneinander zu lernen.

 

Karriereziele thematisieren

 

Zu wissen, welcher Mitarbeiter wohin möchte, ist essenziell für gezielte Einsatz Planung und Talentförderung. Die jeweiligen Karriereziele in regelmäßigen Feedbackgesprächen zu thematisieren und vor allem zu validieren ist ein guter Weg, sich selbst und dem jeweiligen Mitarbeiter Planungssicherheit zu geben. Das bietet zeitgleich aber auch die Möglichkeit, Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen, Meilensteine festzulegen und aufzuzeigen, wie das Unternehmen den Mitarbeiter auf dem Weg unterstützen kann.

 

Mentoring

 

Mentoring-Programme bieten gleich mehrere Vorteile. Durch das längerfristige Einbinden eines etablierten Mitarbeiters und eines Nachwuchsmitarbeiters wird nicht nur der beidseitige Wissenstransfer, sondern auch die Sozialkompetenz gesteigert. Mentoren erhalten anhand der Tatsache, dass sie Prozesse und Arbeitsweisen erklären und verständlich machen müssen die Möglichkeit über ihre eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen zu reflektieren und können durch den Mentee eine neue Perspektive einnehmen. Währenddessen bietet sich für den Mentee die Möglichkeit, Prozesse besser zu verstehen und durch Kontakte des Mentors früh ein besseres Netzwerk innerhalb eines Unternehmens aufzubauen, als es ihm durch das klassische Einarbeiten möglich wäre. Eine Win-Win Situation.

Abschließend lässt sich sagen das Unternehmen die Vielfalt und Zusammenarbeit fördern, können sie das volle Potenzial multigenerationaler Teams ausschöpfen und eine dynamische, innovative Arbeitsumgebung schaffen, in der jeder Mitarbeiter die Möglichkeit hat, sein Bestes zu geben und sich weiterzuentwickeln.

 

Simon Stöger

Simon Stöger ist ein Experte für Junge Menschen, vor allem die der Generation Z. Durch seine Beratungstätigkeit ist er häufig mit Themen, die junge Menschen als auch HR Personal beschäftigen, konfrontiert und versteht sich als Vermittler zwischen beiden Seiten.

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